Eicher Traktoren

Eicher war ein Hersteller von Traktoren, Landmaschinen und Motoren. Das Unternehmen wurde 1936 von den Brüdern Josef und Albert Eicher im oberbayerischen Forstern gegründet und am 6. März 1992 erstmals insolvent. Danach wurde die Eicher Landmaschinen Vertriebs GmbH gegründet, die bei MFT in Cunewalde bis 2001 Schmalspurtraktoren produzieren ließ. Der Markenname „Eicher“ wurde in Europa zuletzt 2009 vom niederländischen Landmaschinenhändler Hissink & Zonen benutzt und ist in Indien bei Eicher Goodearth heute noch in Gebrauch. Quelle

Steckbrief Eicher EKL 15-II

Der Name EKLK 15 passte nicht so ganz in die sonstige Nomenklatur der Firme Eicher, da sonst ein „L“ in der Typenbezeichnung für luftgekühlte Fremdmotoren stand. Hier war aber der hauseigene ED1a verbaut, der auch im ED16 zum Einsatz kam. Auch die „15“ in der Typenbezeichnung passte nur kurz, dann wurde die Leistung auf 16 PS angehoben. Die Exportbezeichnung war Eicher E17.

Verkaufstechnisch war der EKL15 ein größerer Erfolg als der gleichzeitig erschienene EKL11, die Mehrleistung wurde von der Kundschaft besser angenommen. Zwei Varianten wurden gebaut, der EKL15/I mit dem ZF Getriebe A9 blieb recht selten, der EKL15/II mit dem Hurth Getriebe G85 war die häufigere Ausführung. Ansonsten waren die beiden Varianten baugleich.

Zur Serienausstattung gehörten Differenzialsperre, Lenkbremse, Lichtanlage, gefederte Vorderachse und eine motor- oder getriebeabhängig schaltbare Zapfwelle. Als optionales Zubehör waren Anlasser, Mähwerk, hydraulischer Kraftheber sowie Wetterverdeck lieferbar. Für sparsame Kunden gab es anfangs auch eine ungefederte Starrachse vorne. Bei Auswahl der großen Reifen (8-32) wurde die hintere Portalachse gerade nach hinten gestellt, der Radstand vergrößerte sich. Von Anfang an wurde der Schlepper mit der abgerundeten, klappbaren Motorhaube ausgestattet.

Von 1953 bis 1958 wurden ca. 10.359 Stück gebaut. Quelle

Typ: EKL 15-II

Motortyp: ED 1a luftgekühlter 1-Zylinder-/4-Takt-Diesel mit Direkteinspritzung

Hubraum: 1425 ccm

Leistung: 16 PS bei bei 1500 U/min

Gänge: 5/1

Höchstgeschwindigkeit: 19 Km/h

Sonderausstattung:

  • Gefederte Vorderachse
  • Kotflügel vorn
  • Hochrad
  • Heckkraftheber
  • Mähwerk

Baujahr: 1954

Besitzer: Uwe Schäfer

Besonderheiten: Vollrestauriert

Steckbrief Eicher ED 13-I

Um auch in der Klasse unter 15 PS einen eigenen Motor im Angebot zu haben, verkleinerte Eicher die Bohrung des Motors ED1(a) auf 105 mm. Den verbliebenen knapp 1,3 Liter Hubraum wurden 13 PS entlockt. Damit kam Eicher 1956 auf den Markt, 1958 erfolgte eine Leistungssteigerung auf 14 PS bei gleicher Drehzahl. Der Schlepper hatte von Gewicht und Größe vergleichbare Werte wie Fahrzeuge der 15 PS Klasse. Die Kundschaft honorierte es, vom ED13 wurden trotz massiver Konkurrenz auch aus dem eigenen Haus bis 1960 immerhin 6380 Stück verkauft. Quelle

Typ: ED 13-I

Motortyp: ED 1e luftgekühlter 1-Zylinder-/4-Takt-Diesel mit Direkteinspritzung

Hubraum: 1298 ccm

Leistung: 13 PS bei bei 1500 U/min

Gänge: 5/1

Höchstgeschwindigkeit: 19 Km/h

Sonderausstattung:

  • Gefederte Vorderachse
  • Kotflügel vorn
  • Heckkraftheber

Baujahr: 1957

Besitzer: Klaus Weber

Besonderheiten: Vollrestauriert

Steckbrief Eicher Tiger EM 200

 1958 erschien der erste Eicher Tiger mit der technischen Bezeichnung EM200, die Raubtierserie war gestartet. 

Der hier beschriebene Tiger EM200 hatte 1958 den Zweizylinder Eicher Motor EDK2 mit knapp zwei Litern Hubraum und eine Leistung von 25 PS. Eine große Verbesserung war das neue ZF Getriebe A208, ein Stiftschaltgetriebe, bei dem im Gegensatz zu bisherigen Getrieben die Zahnräder in fester Position eingebaut waren und mit einem verschiebbaren Stift der Kraftschluss zur Antriebswelle geschaffen wurde.  

Wie alle anderen Modelle bei Eicher erhielt auch der Tiger 1962 eine umfassende Überarbeitung. Die Motorleistung wurde auf 28 PS gesteigert, eine neue Lenkung eingebaut, die Batterie fand einen neuen Platz unter der Motorhaube und auf Wunsch war eine Schnellgangausführung bis 28 km/h möglich, bei der die Gesamtübersetzung verändert war, also eine höhere Geschwindigkeit in allen Gängen erreicht wurde. Auch Abmessungen und Gewichte veränderten sich. Gut erkennbar war die neue Ausführung an den direkt an der Motorhaube angebrachten Scheinwerfern, die vorher mit Rohren am Vorderachsträger befestigt waren.

Von 1958 bis 1968 wurden ca. 15.292 Stück gebaut. Quelle

Typ: Tiger EM 200

Motortyp: EDK2 luftgekühlter 2-Zylinder-/4-Takt-Diesel mit Direkteinspritzung

Hubraum: 1963 ccm

Leistung: 25 PS bei bei 2000 U/min

Gänge: 8/4

Höchstgeschwindigkeit: 20 Km/h

Sonderausstattung:

  • Heckkraftheber

Baujahr: 1961

Besitzer: Hans Dieter Heß

Besonderheiten: Teilrestauriert

Steckbrief Eicher Tiger 74

Nun hatte sich der Einfluss von Massey Ferguson richtig durchgesetzt, der Tiger 74 war eigentlich ein MF 133 Super, der außer einigen kleinen technischen Änderungen nur die Verpackung, sprich Karosserie (Motorhaube und Kotflügel) von Eicher erhielt. Er hatte mit seinen Vorgängern nichts gemeinsames mehr, war eigentlich kein Eicher und auch kein Tiger.  Darüber hinaus war der Perkins Motor A 3.144 auch noch wassergekühlt, die markentreuen Eicher-Kunden sollten sich komplett umstellen. Trotz der höheren Laufruhe keine leichte Aufgabe, die auch nur teilweise gelang, wie man an den Verkaufszahlen deutlich erkennen kann. Es wurden ca. 1.279 Stück gebaut. Quelle

Typ: Tiger 74

Motortyp: Perkins 3.144 A wassergekühlter 3-Zylinder-/4-Takt-Diesel mit Direkteinspritzung

Hubraum: 2327 ccm

Leistung: 35 PS bei bei 2120 U/min

Gänge: 8/4

Höchstgeschwindigkeit: 25 Km/h

Sonderausstattung:

  • Fritzmeier Verdeck

Baujahr: 1974

Besitzer: Jürgen Wagner

Besonderheiten: original Zustand, wenig Betriebsstunden

Steckbrief Eicher 4060

Da Massey Ferguson zu dieser Zeitan Eicher beteiligt war, waren bei MF die gleichen Modelle erhältlich, allerdings unter einer anderen Typenbezeichnung. Der Eicher 4060 übernimmt mit seiner Motorleistung die Mittelposition in seiner Baureihe. Allerdings wurde er nur zwei Jahren gebaut und vom Eicher 4056 abgelöst. Es wurden ca. 150 Stück gebaut. Quelle

Typ: 4060

Motortyp: Perkins 4.203 wassergekühlter 4-Zylinder-/4-Takt-Diesel mit Direkteinspritzung

Hubraum: 3335 ccm

Leistung: 60 PS bei bei 2100 U/min

Gänge: 8/2

Höchstgeschwindigkeit: 25 Km/h

Sonderausstattung:

  • Kabine

Baujahr: 197X

Besitzer: Friedel Bast

Besonderheiten: teilrestauriert